Mehr Barrierefreiheit bei Matrix und Riot

In 2018 schrieb ich über die teilweise fehlende Barrierefreiheit bei Alternativlösungen zu den Diensten großer Konzerne. Es gibt erfreuliche Neuigkeiten.

In den letzten Monaten hat sich im Matrix-Projekt einiges getan. Zuerst gab es nur kleine Verbesserungen hier und da, die die bis dahin fast gar nicht zugängliche Weboberfläche etwas bedienbarer machten. Im September 2019 startete jedoch ein sogenannter Sprint, der die Zugänglichkeit beim bekanntesten Client des Matrix-Projekts, Riot.im, erheblich verbessert hat. Das Release 1.5 kündet von den ersten Ergebnissen, und die Nachfolgeversionen enthalten jeweils weitere Verbesserungen.

So ist inzwischen der Chatverlauf als Liste mit einem Eintrag pro Nachricht zugänglich. So ziemlich alle Buttons und Links haben vernünftige Beschriftungen. Im neuen Composer, also dem Bereich, in dem man seine eigenen Nachrichten schreibt, kann ein zugängliches Vervollständigen von Nutzernamen, Räumen und Emojis. Die Liste der Räume, in denen man Mitglied ist, ist zugänglicher sowohl mit Screen Readern als auch mit der Tastatur.

Auch bei der Version für iOS hat sich einiges getan. Zwar ist der Startseiten-Tab immer noch nicht zu gebrauchen, die Tabs für Privat-Chats und Räume hingegen sind inzwischen zugänglich. Auch die Chats selber sind inzwischen benutzbar, so dass man auch mit iPhone und iPad an Unterhaltungen teilnehmen kann.

Auch die Android-Version hat Verbesserungen erhalten. Viele Elemente sind jetzt beschriftet und funktionieren besser mit TalkBack. Ausführlich habe ich das allerdings nicht getestet.

Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass sich inzwischen einiges getan hat. Und nach dem, was ich höre und auch als Antwort auf mein Feedback bekomme, geht die Arbeit weiter, und der Wille ist stark, hier noch viele weitere Verbesserungen zu erreichen. So entwickelt sich Matrix zu einer zugänglichen, quelloffenen und föderierten, sprich dezentralisierten, Chatalternative auf moderner Basis. Auf dass nicht mehr jede Gruppe oder jeder Club einen Slack benutzen muss, der in der freien Version beschränkt ist oder eben viel Geld kostet.

Veröffentlicht von Marco

Jahrgang 1973, 80er-Jahre-Kind, Katzenliebhaber, verheiratet mit der besten Ehefrau von der Welt, blind, Barrierefreiheit, technikaffin

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