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Zugänglichkeit

Tipps zum Umgang von Threema Web mit Screen Readern

Am heutigen 29.10.2018 ist Threema für iOS 4.0 erschienen und bringt als Neuerung unter anderem die Unterstützung für Threema Web mit. Hier sind einige Tipps zur Zugänglichkeit von Threema Web.

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Android Apple Microsoft Zugänglichkeit

Alternativen zu Google & Co.: Barrierefreiheit ein wichtiger Faktor

In den letzten Monaten wird immer mehr über Alternativen zu Datenkraken wie Google und Facebook diskutiert. Ein Aspekt kommt dabei allerdings oft zu kurz, nämlich die Barrierefreiheit der Alternativen.

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WordPress Zugänglichkeit

Wichtiger Hinweis für blinde WordPress-Nutzer

Dies ist ein wichtiger Hinweis für alle Bloggerinnen und Blogger, die WordPress nutzen und einen Hinweis aufs Ausprobieren von Gutenberg bekommen.

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Zugänglichkeit

Test des ElBraille

In den letzten Tagen habe ich die Chance gehabt, das ElBraille der Elita Group einem Test zu unterziehen. Hier ist mein Testbericht.

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Zugänglichkeit

Stand der Zugänglichkeit von Slack

In den vergangenen Monaten ist der Name des Dienstes Slack immer häufiger in sozialen Netzwerken, Presseartikeln oder bei an mich gerichteten Anfragen aufgetaucht. Zeit, sich mal genauer mit dessen Zugänglichkeit zu befassen. Dieser Artikel wurde zuletzt im Mai 2019 aktualisiert.

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Freizeit Zugänglichkeit

Bilder mit Bildbeschreibungen auf Twitter posten – So geht’s

Seit dem 29.03.2016 kann man auf Bildern, die man auf Twitter veröffentlicht, eine Bildbeschreibung hinzufügen. Dies hilft Menschen, die die Bilder nicht sehen oder interpretieren können, also z. B. Blinden und Sehbehinderten, aber auch Menschen mit bestimmten kognitiven Schwierigkeiten. Und so geht’s!

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ARIA Zugänglichkeit

Die Grundregeln zugänglicher Webseiten

Ich werde immer wieder gefragt, was denn die absolut grundlegenden Dinge sind, die man als Webentwicklerin und Webentwickler kennen sollte, um Webseiten so zu schreiben, dass sie möglichst zugänglich sind.

Ich hatte eigentlich angenommen, dass es hierzu schon zahlreiches Material im Web gibt und dass es nicht schwierig sein dürfte, dieses auch zu finden. Da die Frage aber immer und immer wieder aufkommt, habe ich nun beschlossen, meine eigene Sicht dieser absoluten Grundlagen aufzuschreiben. Hier ist sie also nun, meine persönliche Liste der Grundlegenden Dinge für zugängliche Webseiten.

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Apple Zugänglichkeit

Das ist neu in den Bedienungshilfen von iOS 9

iOS 9.0 ist soeben erschienen. Diese Version bringt viele Neuerungen bei der Produktivität, verbessert die Fähigkeiten von Siri bei der Suche nach Ereignissen, Fotos und anderen Daten und macht das iOS-Gerät im allgemeinen zu einem vollwertigeren Assistenten. [Update 22.10.2015: Änderungen von iOS 9.1 hinzugefügt.]

Im folgenden gebe ich einen Überblick über einige Neuerungen bei den Bedienungshilfen und behandle die spezifische Bedienung einiger neuer Funktionen mit VoiceOver.

VoiceOver

VoiceOver hat mal wieder einiges dazugelernt. Ein Schwerpunkt von iOS 9 liegt auf der Erhöhung der Produktivität und dem verbesserten Einsatz von vor allem iPads im professionellen Umfeld. Dies spiegelt sich auch in den Neuerungen bei VoiceOver wider.

Der Rotor heißt jetzt Liste

Apple hat den Rotor in „Liste“ umbenannt, die Funktionalität bleibt aber gleich. Dies spiegelt sich vor allem in den VoiceOver-Einstellungen wider, in denen der Begriff „Rotor“ jetzt nicht mehr auftaucht, auch nicht bei den Sprachausgabe-Stimmen.

Verbesserte Textauswahl

Das Auswählen (markieren) von Text wurde stark verbessert. Bisher konte man Text mit VoiceOver nur markieren, indem man zwei Finger aufs Display legte und diese dann auseinander zog. Dies führte bei vielen Anwendern inklusive dem Autor dieses Artikels dazu, dass diese Option kaum genutzt wurde. Es machte einfach keinen Spaß. Die Auswahl war ungenau oder ging gar ganz verloren, wenn man die Finger nicht genau genug bewegte.

Unter iOS 9 wird das alles ganz anders gehandhabt. Befindet man sich dort, wo man Text markieren kann, gibt es einen neuen Eintrag in der Liste mit Namen „Textauswahl“. Bei Neuinstallationen befindet er sich „rechts“ von „Zeilen“, also von der Option „Zeichen“ aus gerechnet an vierter Listenposition. Bei bestehenden Listenkonfigurationen wandert diese neue Option ganz ans Ende der Liste, die Position kann also variieren. Am besten überprüft man einmal die Einstellungen und zieht sich die neue Option dorthin, wo man sie haben möchte.

Nach der Auswahl von „Textauswahl“ ist die Steuerung im Vergleich zu sonstigen Listenoptionen etwas verändert. Hat man die Hinweise eingeschaltet, sagt VoiceOver einem dies auch sofort an. Um nämlich einzustellen, was genau markiert werden soll, streicht man mit einem Finger nach oben oder unten. Man bewegt hier mit dieser Geste also nicht die Auswahl, sondern stellt ein, ob zeichen-, wort- oder zeilenweise markiert werden soll. Die eigentliche Auswahl erfolgt dann durch Streichen nach rechts, um die Auswahl zu erweitern, und mit streichen nach links, um sie zu verringern. Der Ablauf ist schematisch ungefähr so:

  1. Man geht mit zeichen-, wort- oder zeilenweiser Listennavigation an den Anfang.
  2. Dann schaltet man auf die Textauswahl um und wählt mit Streichen nach oben oder unten aus, in welchen Schritten man auswählen möchte.
  3. Im nächsten Schritt wird dann durch Wischen nach rechts die Textauswahl erweitert. Man kann zunächst z. B. wortweise auswählen, dann wieder auf Textauswahl schalten (VoiceOver setzt sich auf Zeichen zurück) und nun auf zeichenweises Markieren umschalten und weiter nach rechts wischen, um zeichenweise weiterzumarkieren.
  4. Hat man sich vertan, wischt man nach links, um Zeichen, Worte oder Zeilen wieder zu deselektieren.
  5. Hat man alles markiert, geht man mit dem Rotor auf Bearbeiten und kann wie üblich Nachschlagen, Ausschneiden, Kopieren und in einigen Textfeldern auch Formatierungen anwenden wie kursiv, fett, unterstreichen o. ä.

Und jetzt kommt der Clou! Das funktioniert nicht nur in Textfeldern, sondern auch in Safari oder Mail und sogar in iBooks in Textbüchern. Man kann nun also endlich kontrolliert Text markieren und muss nicht mehr auf das umständliche Doppeltippen-Und-Halten und dann unsichere Hin- und Herziehen des Fingers zurückgreifen. Text auf einer Web- oder Buchseite markieren und diesen dann kopieren wird so zu einem sehr erfreulichen Kinderspiel!

Ansagen von Formatierungen

Passend zu den oben erwähnten Verbesserungen bei der Textmarkierung und -formatierung gibt es auch Neuigkeiten bei der Ansage von Formatierungen in bestimmten Anwendungen. Die neue Notizen-App kann ja jetzt angereicherten Text aufnehmen. VoiceOver sagt an, ob man sich in irgendwie vom Standard abweichenden Text befindet, nennt Absatzstile und andere Details. Hat man eine Bluetooth-Tastatur gekoppelt, kann man auch mit VoiceOver+T (Mac-Anwender kennen diese Tastenkombination) die Formatierungen abfragen. Das funktioniert bisher in Mail und Notizen. Es ist aber zu erwarten, dass Apps, die auf iOS 9 angepasst werden, diese Möglichkeiten ebenfalls bekommen. Bei nicht angepassten Apps gibt dieses Kommando einen Fehlerton. Und beim Navigieren werden Formatierungsänderungen nicht automatisch gesprochen.

Es steht also zu hoffen, dass Pages, MS Word und andere zukünftig einen erleichterten Zugang zu Informationen zu Textformatierungen bereitstellen und man sich die Infos nicht mehr mühsam auf Verdacht hin aus den Popups und Symbolleisten zusammensuchen muss. Das wird der Produktivität auf iOS-Geräten ganz mächtig auf die Sprünge helfen!

VoiceOver-Taste abändern

Apropos Hardware-Tastaturen: Für diese kann man jetzt anpassen, ob Ctrl+Auswahltaste oder zusätzlich oder sogar statt dessen die CapsLock-Taste als VoiceOver-Sondertaste verwendet werden sollen.

Die Einstellung hierfür findet sich unter Einstellungen/Allgemein/Bedienungshilfen/VoiceOver/VoiceOver-Sondertaste.

VoiceOver-Taste einrasten

Die VoiceOver-Sondertaste kann, wie unter OS X schon lange möglich, jetzt auch auf Hardware-Tastaturen unter iOS eingerastet werden.

Siri-Stimmen verwenden

VoiceOver und auch die Funktion Bildschirm Sprechen können neben der Standard- und Premium-Variante der Stimme Anna jetzt auch die männliche und weibliche Siri-Stimme in einer Standard- oder erweiterten Variante verwenden. Die Punkte Sprachausgabe in VoiceOver bzw. den allgemeinen Bedienungshilfen wurden dementsprechend erweitert. Dies gilt im übrigen nicht nur für die deutschen, sondern auch für andere Sprachen, in denen Siri-Stimmen zur Verfügung stehen. Die Auswahl an zur Verfügung stehenden Stimmen hat sich also sprunghaft erhöht, und man kann sein VoiceOver-Erlebnis jetzt sehr viel stärker personalisieren.

Begrenzungen für Sprechgeschwindigkeit erweitert

Die obere und untere Grenze der Sprechgeschwindigkeit wurden stark erweitert. Man kann VoiceOver jetzt auch viel schneller oder langsamer sprechen lassen als vorher.

Audio-Route für VoiceOver

Werden verschiedene Audio-Routen erkannt, z. B. weil Musik oder Video gerade via AirPlay auf ein Apple TV gestreamt werden, kann in der Liste jetzt ausgewählt werden, ob VoiceOver lokal auf dem Gerät sprechen oder ebenfalls per AirPlay auf das externe Gerät gegeben werden soll.

Audio-Ducking beim Telefonieren

Wenn VoiceOver während eines Telefonats sprechen muss, wird das Audio des Gesprächs jetzt ebenfalls in der Lautstärke verringert, genau wie bei der Musik- oder Videowiedergabe.

Verzögerung beim Doppeltippen

Man kann in den VoiceOver-Einstellungen ganz unten jetzt eine Verzögerung beim Doppeltippen einstellen. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die z. B. auf Grund einer motorischen Einschränkung einen Doppeltipp nicht so schnell ausführen können, wie es standardmäßig erforderlich ist.

Unterstützung für bidirektionale Sprachen

Wird arabisch oder hebräisch verwendet, kehren sich die Wischgesten für das vorherige und nächste Element um. Das nächste Element erreicht man dann also mit einem Wischen nach links, nicht mehr nach rechts, und umgekehrt.

Wird in arabischem oder hebräischem Text lateinische Schrift gefunden, wird diese automatisch mit einer englischen Stimme vorgelesen.

Neuerungen in Braille

  • Man kann jetzt einstellen, wie lange Braille-Hinweise auf der Zeile stehen bleiben, bevor sie wieder verschwinden.
  • Die Braille-Bildschirmeingabe sagt jetzt falsch geschriebene Wörter an.
  • Nutzt man das neue Multitasking auf dem iPad (siehe unten), bewegen 3-5-Chord den Fokus auf die linke, Punkte 2-6-Chord den Fokus auf die rechte Bildschirmhälfte, und Punkte 1-6-Chord schaltet zwischen App-Switcher, Abschalter des App-Switchers und der Vordergrund-App um.
  • Unterstützung für die Zeile Seika Mini 24 hinzugefügt.

Bedienung des iPad-Multitasking

Für diejenigen unter euch, die ein iPad nutzen, habe ich in diesem Artikel beschrieben, wie man die Modi Überlagerung, geteilter Bildschirm und Bild-In-Bild mit VoiceOver bedient.

Bekannte Probleme

  • VoiceOver hatte die unangenehme Eigenschaft bekommen, bestimmte Listen z. B. in Twitterrific ganz nach oben zu scrollen, wenn es per Triple-Click auf die Home-Taste beendet und neu gestartet wurde. Dieses Problem wurde mit dem Erscheinen von iOS 9.1 am 21.10.2015 behoben.
  • Die Tastaturhilfe für externe Tastaturen sprach bei Erscheinen von iOS 9.0 noch nicht korrekt. Dieses Problem wurde in iOS 9.1 korrigiert.
  • Braille hat immer noch die unangenehme Eigenschaft, beim Ausschnittswechsel nach links über Absatzgrenzen hinweg an den Anfang des vorigen Absatzes zu springen, nicht ans Ende.
  • In iOS 9.0 gab es teils schwerwiegende Probleme mit dem Annehmen von Anrufen, wenn Bluetooth-Headsets verwendet wurden. Ich selbst konnte das Problem nie nachvollziehen, das Problem soll aber in iOS 9.1 ebenfalls behoben worden sein.

Zoom

Im Zoom ist die einzige neue Funktion, dass die Einstellung der Zoom-Filter jetzt auch von den Einstellungen aus möglich ist und nicht nur durch den Anfasser des Zoom-Fensters.

Tastatur

In iOS 9 wird per Bluetooth angekoppelten Tastaturen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Man kann für diese in einem neuen Punkt „Tastatur“ unter den Bedienungshilfen jetzt folgendes einstellen:

  • Tastenwiederholung: Schaltet diese ein oder aus. Außerdem kann die Geschwindigkeit angepasst werden.
  • Ein-Finger-Bedienung: Ermöglicht das separate Drücken von Sondertasten, um nicht gleichzeitig mehrere Tasten drücken zu müssen.
  • Anschlagverzögerung: Ermöglicht das Einstellen der Zeit, die verstreichen muss, bis eine Taste als gedrückt erkannt wird.

Weiterhin kann für die Bildschirmtastatur eingestellt werden, ob diese bei Umschalten der Umschalttaste die Darstellung auf Groß- und Kleinschreibung ändern oder die bisherige Darstellung beibehalten soll.

Hilfe zu Tastenkombinationen

Eigentlich ist dies streng genommen gar keine Bedienungshilfe im klassischen Sinn, aber dennoch vielleicht nicht jedem sofort ersichtlich: Bedient man eine App mit externer Tastatur, kann man sich jetzt die unterstützten Tastenkombinationen anzeigen lassen, indem man die CMD-Taste ca. eine Sekunde lang gedrückt hält. Es erscheint dann eine Überlagerung mit den in diesem Fenster zur Verfügung stehenden Tastenbefehlen.

Hinweis für VoiceOver-Nutzer: Diese Überlagerung spricht in dieser Version noch nicht korrekt. Es fehlt die Ansage der eigentlichen Taste für die Funktion, und es werden immer zwei Funktionen gleichzeitig gelesen. Ich habe dies schon während der Beta-Phase an Apple gemeldet und hoffe, dass sie dies in einem baldigen Update korrigieren.

Touch-Anpassungen

Für diejenigen Anwender, die Probleme haben, den Touchscreen zu bedienen, gibt es jetzt mehrere Einstellungen zur Berührung, Haltedauer und Touch-Assistenten einstellen, um die Bedienung zu verbessern.

Schaltersteuerung

Bei der Schaltersteuerung gibt es eine deutliche Weiterentwicklung. Zum einen kann man jetzt schrittweise scannen. Man drückt so lange den Schalter, bis das gewünschte Element im Fokus ist und wartet dann die einzustellende Zeit ab, bis das Element aktiviert wird. Hierfür wird nur ein Schalter benötigt.

Ein neuer Modus „Immer Tippen“ verursacht, dass das Drücken des Schalters immer auf den Bildschirm tippt. Das Scannermenü ist dann als Icon am Ende der Elementfolge verfügbar anstatt als Aktion des Doppeltippens des Schalters.

Man kann dem langen Drücken eines Schalters jetzt eine separate Aktion zuweisen.

Weiterhin gibt es jetzt Abläufe, mit denen man bestimmte Gestenabfolgen einem Schalter zuweisen kann, die sich regelmäßig wiederholen sollen. Ein Beispiel hierfür ist das Umblättern von Seiten in iBooks. Entweder durch einen Timeout oder durch das lange Drücken des Schalters verlässt man diesen Ablauf dann wieder.

Es gibt noch einige weitere Änderungen wie eine für manche Benutzer vereinfachte Tastatureingabe. Schaut einfach mal in die Optionen, wenn ihr Schalter für die Steuerung von iOS verwendet!

Das Menü von AssistiveTouch anpassen

Bei AssistiveTouch kann man das Haupt- und die Untermenüs jetzt ändern und dieses somit besser auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Symbole im Hauptmenü können zwischen einem und acht liegen, und die Untermenüs sind frei konfigurierbar. Und wenn etwas schief gegangen ist, gibt es einen Zurücksetzen-Schalter.

Verbesserung der Lesbarkeit im Safari Reader

Der Reader-Modus in Safari, der viele Webseiten für eine bessere Lesbarkeit aufbereitet, hat einige neue Darstellungsoptionen bekommen, um das Lesen noch augenfreundlicher zu gestalten. Verbesserte Schriften und Farbkontraste sind nur einige der Neuerungen hier. Probiert es am besten einfach mal auf einer Webseite wie dieser aus, indem ihr oben neben der Adressleiste erst den Button für den Reader antippt und dann die neu erscheinenden Darstellungsoptionen ausprobiert!

Fazit

iOS 9 ist zuvorderst ein Update zur Stabilität und mit im Vergleich zu iOS 7 (komplett überarbeitete Benutzeroberfläche) und iOS 8 (Erweiterungen aller Art) mit vergleichsweise wenigen neuen Funktionen ausgestattet. Es wurden aber viele Probleme behoben und gerade bei den Bedienungshilfen doch einige echt nützliche Funktionen eingebaut, wie die deutlich verbesserte Textauswahl und eine sehr viel robustere Unterstützung externer Tastaturen.

Im Vergleich zu den letzten beiden großen Updates ist das Update auf iOS 9 in der Tat von Anfang an bedenkenlos möglich und zu empfehlen.

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Zugänglichkeit

Warum die Zugänglichkeit von Googles neuer RECAPTCHA-Version kompletter Bullshit ist

Vor einigen Tagen hat Google eine neue Version von RECAPTCHA veröffentlicht, die angeblich zugänglich sein soll. Warum dies kompletter Bullshit und lediglich Augenwischerei ist, möchte ich hier gern einmal verdeutlichen.

Was ist nochmal ein CAPTCHA?

CAPTCHA steht für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“, also „vollautomatisierter öffentlicher Turing-Test, um Computer und Menschen voneinander unterscheiden zu können“. Es geht hierbei darum, ein Blog, Forum oder anderes kontogestütztes Webangebot vor Spam-Robotern zu schützen, also Computern, die automatisiert Konten anlegen, um darüber dann massenhaft Werbung zu verbreiten.

Ein CAPTCHA besteht zumeist aus für Computer schwer lesbaren Texten oder Ziffern, die ein Mensch aber in der Regel entziffern können soll und sich somit als „echt“ gegenüber dem Server zu erkennen gibt. Da nicht alle Menschen lesen können, gibt es auch Alternativen wie verzerrte oder durch Hintergrundgeräusche gestörte Audiodateien, die Ziffern oder Wörter enthalten, die man abtippen muss, oder es werden Matheaufgaben gestellt, die man lösen und sich so mit dem richtigen Ergebnis als Mensch zu erkennen geben muss. Dass gerade letztere in aller Regel durch nur wenige Zeilen Perl oder Python gelöst werden können, ist eine Tatsache, die aber nicht Teil dieses Posts ist.

Das Problem mit der Zugänglichkeit

Google behauptet nun, dass die neue Version von RECAPTCHA, die man z. B. auf dieser von Patrick Lauke erstellten Beispielseite (öffnet in neuem Tab) ausprobieren kann, für Menschen mit Behinderungen zugänglicher sei als frühere Versionen. Es gibt jetzt ein Kontrollkästchen, das beschriftet ist mit „Ich bin kein Bot“. Aktiviert man dieses, laufen einige Tests ab, die darüber entscheiden sollen, ob man als Mensch erkannt wird oder nicht. Unter anderem fließen so Dinge wie die Bewegung der Maus in diese Heuristik ein, die man ausführt, um das Kontrollkästchen zu aktivieren. Weiterhin wird natürlich die IP-Adresse geprüft und verschiedene andere Dinge, wie z. B. ob man gerade oder kürzlich bei einem Google-Konto angemeldet war usw. Schlägt diese automatische Überprüfung fehl, wird man auf das herkömmliche System mit Text- oder Audio-CAPTCHA zurückgeworfen.

Das Problem ist nun, dass Screen Reader für Blinde oder Spracherkennungssoftware Kontrollkästchen eben nicht wie ein Mensch aktivieren, sondern einen Skriptbefehl oder ein Äquivalent ausführen, um das tun. Sie tun also im Grunde nichts anderes als Spambots, vor denen sich Webseiten ja gerade schützen wollen.

In den letzten Tagen gab es auf Twitter aber immer wieder Berichte, dass Anwender von Screen Readern vermeldet haben, dass sie das CAPTCHA problemlos lösen konnten, indem sie einfach das Kontrollfeld per Screen Reader aktivieren. Andere hatten jedoch mit exakt der gleichen Screen-Reader-/Browser-Kombination negative Ergebnisse.

Funktioniert, wenn man die obige Aussage über Screen Reader und Spambots zu Grunde legt, das CAPTCHA also nicht? Betrachten wir es doch mal nach einem typischen Ausschlussverfahren, das „funktionieren“ und „zugänglich“ miteinander kombiniert:

  1. Es funktioniert nicht und ist nicht zugänglich.
  2. Es funktioniert, ist aber nicht zugänglich.
  3. Es funktioniert nicht, ist aber zugänglich.
  4. Es funktioniert und ist zugänglich.

Punkt 1 erledigt sich von Selbst. Punkt 2 ebenfalls. Punkt 3 ist ebenso unsinnig, denn wie die Testergebnisse zeigen, ist es zwar i.d.r. zugänglich, funktioniert aber nicht immer, also nicht. Und Punkt 4 ist ein Widerspruch in sich, denn dieses RECAPTCHA-System kann nicht gleichzeitig zugänglich sein und funktionieren. Nochmals: Um ein Kontrollkästchen zu aktivieren, müssen Screen Reader und andere Spezialsoftware für Menschen mit Behinderungen automatisiert auf dieses Kontrollkästchen zugreifen und es aktivieren. Ein zuverlässiges Interagieren mit solchen Elementen ist allein durch eine Emulation von Mausbewegungen nicht möglich.

Während Googles neue Version von RECAPTCHA also rein vom Markup her die Voraussetzungen für Zugänglichkeit erfüllt, da dieses Kontrollfeld sowohl mit der Tastatur angesprungen werden kann als auch die richtigen Informationen an Screen Reader raus gibt, ist seine Zuverlässigkeit alles andere als gegeben, wenn man damit als Person mit einer Behinderung interagieren will. Zur Demonstration seien einige Videos angefügt, die Patrick Lauke kürzlich mit verschiedenen Screen Readern und Browsern auf der o. g. Testseite durchgeführt hat (öffnen alle in neuen Tabs):

All diese Videos zeigen, wie unzuverlässig die Erkennung läuft, obwohl, mal abgesehen von einigen Kinderkrankheiten bei der Tastaturbedienbarkeit, die Zugänglichkeit prinzipiell funktioniert. Warum es bei manchen manchmal doch klappt, weiß keiner. Eventuell hängt es auch davon ab, ob der amerikanische Präsident gerade auf Klo sitzt oder so.

CAPTCHAs gehören aber eh in die Tonne

Das Hauptproblem bei CAPTCHAs ist aber, dass dies für alle, egal ob Behinderung oder nicht, ein absoluter Alptraum der Benutzbarkeit ist. Die Schrift muss heute so verschwurbelt sein, damit Computer sie nicht entziffern können, dass selbst Menschen sie kaum noch lesen können. Mal ganz davon abgesehen, dass die Verantwortung für ein sicheres System hier auf den Endanwender abgewälzt wird, indem er erhebliche Mühen aufwenden muss, um sich als Mensch zu erkennen zu geben. Es gibt diverse Möglichkeiten, die Systeme auf Serverseite zu schützen, die effektiv sind, so dass man diese Bürde einem Endanwender wirklich nicht aufdrücken muss. Als Lektüre empfehle ich z. B. diesen englischsprachigen Artikel von Karl Groves mit Titel „Captchaless security„.

Und ja, jedem Webentwickler, der mich nach einer zugänglichen CAPTCHA-Lösung fragt, werde ich auch weiterhin sagen, dass er sich gefälligst auf seine vier Buchstaben zu setzen und seine Hausaufgaben ordentlich zu machen hat, anstatt sich jede Woche ein neues Framework wie rülps.js oder furz.js von Github herunterzuladen und damit zu spielen! Ihr wollt, dass eure Webseiten von Menschen benutzt werden, die eventuell sogar Geld da lassen sollen. Also implementiert gefälligst eine Lösung, die diesen Menschen nicht aufbürdet, sich als solche erkennen geben zu müssen, sondern behandelt sie mit Respekt!

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Apple Zugänglichkeit

Im Test: 2. Generation der Logitech Ultrathin Keyboard Cover für iPad

Seit meinem Test von iPad-Tastaturen im November 2013 hat es bei einer dem der getesteten Kandidaten eine Neuauflage gegeben. Logitech hat seine Ultrathin Keyboard Cover für iPad Air und iPad Mini und iPad Mini mit Retina Display aufgefrischt. Diese Auffrischung passierte bereits im April, ich bekam die Cover nur erst jetzt in die Finger und konnte mir die Neuerungen anschauen. Hier ist mein Bericht.

Sowohl das Ultrathin Keyboard Cover mit Magnetclip für iPad Air als auch das für iPad Mini und iPad Mini mit Retina Display sind noch einmal dünner und leichter geworden. Sie sind jetzt nur noch 6,4 mm dick (vorher 7,3 mm) und wiegen 322 g (iPad Air) bzw. 210 g (iPad Mini). Dies tut aber dem Tastaturanschlag und Druckpunkt keinen Abbruch. Das Gehäuse ist im Vergleich zum Vorgänger nun aus einem Guss gefertigt, während beim Vorgängermodell der Teil, der die Tastatur enthielt, eindeutig aufgeklebt war. Die gesamte Verarbeitung fühlt sich durchdachter an. Beim ersten Modell hatte ich teilweise den Eindruck, dass dieses „mit der heißen Nadel gestrickt“ und irgendwie trotz seiner Qualität unfertig war.

Eine Neuerung ist die Möglichkeit, das iPad im Neigungswinkel zwischen 50 und 70 Grad zu verstellen. Die Schiene hinter der Tastatur, in der das iPad steht, lässt sich mit leichtem Druck aufs iPad verstellen, das iPad kippt weiter nach hinten. Dabei sitzt es jedoch weiterhin sicher in seiner Halterung. Um es wieder aufrechter hinzustellen, drückt man leicht auf den Teil der Schiene vor dem iPad-Bildschirm, der beim Nach-Hinten-Kippen etwas aus dem Gehäuse herauskam. Ich habe festgestellt, dass dieser verstellbare Neigungswinkel nicht nur für Sehende praktisch ist, sondern auch mir die Bedienung des Touchscreens erleichtert, wenn es etwas nach hinten gekippt ist, da ich meine Hand nicht ganz so steil abwinkeln muss.

Eine weitere Neuerung betrifft die Halterung für das iPad, die man verwendet, um es zuzuklappen. Man entnimmt das iPad aus der Schiene hinter der Tastatur und lässt es beidseitig bündig nach hinten gleiten. Die Schiene, die das iPad nun aufnimmt, klappt sich automatisch aus dem Gehäuse und nimmt das iPad entgegen. Die alte angeflanschte Schiene, die auch gern mal geklappert hat, gibt es nicht mehr. Diese Bewegung, das iPad in diese neue Halterung zu schieben, erfordert bei den ersten zwei, drei Versuchen etwas Übung, aber wenn man den Dreh einmal raus hat, geht das Auf- und Zuklappen des iPad super schnell.

Diese neue Halterung bedingt auch, dass das iPad und die Tastatur im zugeklappten Zustand besser zusammen halten. Dies war der einzige Kritikpunkt an der ursprünglichen Ausführung, den ich hatte, und die neue Bauweise macht hier einen deutlich besseren Eindruck.

Die Tastatur fürs iPad Air ist eine vollwertige Tastatur mit separaten Reihen für Ziffern und Funktionstasten, bei der Tastatur fürs iPad Mini sind die Ziffern- und Funktionstasten in einer Reihe vereint und man löst die Funktionstasten aus, indem man die Zifferntasten zusammen mit der FN-Taste unten links bedient. Die Tasten fürs iPad Mini haben ins gesamt eine eindeutigere Kuhle für die Fingerkuppen, während die Tasten fürs iPad Air eine solche eindeutige Vertiefung nicht aufweisen. Ich habe festgestellt, dass diese Vertiefungen auf der Mini-Tastatur mir beim Tippen und zur Orientierung sehr helfen.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Die Anleitung für die Air– und Anleitung für die Mini-Tastatur sind beides barrierefreie PDFs inklusive Auszeichnungen für die verschiedenen enthaltenen Sprachen! Vorbildlich!

Fazit: Dieses Upgrade lohnt sich für Vielschreiber allemal! Ich empfinde diese Überarbeitung als sehr gelungen und die Tastatur eine sehr lohnenswerte Anschaffung.

Ein Hinweis zu den Bezugsquellen: Bei Amazon ist nicht eindeutig erkennbar, welches Modell der Tastaturen man bekommt. Sämtliche Produktinfos wie Modellnummern usw. weisen nach wie vor auf die alte Variante hin. Ob Amazon die Bestände lediglich aktualisiert, dies aber nicht in seinen Produktinfos angegeben hat, ist nicht feststellbar. Die Links am Anfang des Artikels verweisen daher auf die Seiten des Herstellers. Und bei Apple bekommt man die neuen Varianten auch, Apple hat die Bestände ersetzt.

Viel Spaß beim Schreiben!