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Produktivität in iOS 8 – Teil 1: Grundlagen und kleine Helferlein

Neben den an anderer Stelle schon ausführlich behandelten Neuerungen zu den Bedienungshilfen bietet iOS 8 eine Fülle neuer Produktivitätsfunktionen, deren Stärken sich im Zusammenspiel mehrerer Apps erst richtig zeigen. Die Integration verschiedener Apps miteinander ist so gut gelungen, dass die Übernahme von Daten und die Interaktion zum Teil deutlich besser funktioniert als auf Mac oder PC.

Ich habe mal ein paar Apps zusammengetragen, die diese neuen Funktionen nutzen und die ich auch täglich selbst im Einsatz habe. Dabei liegt ein Schwerpunkt meiner Betrachtungen auch durchaus auf der Bedienbarkeit mit VoiceOver, und ich gebe einige Tipps, wo sich manche Funktionen verstecken, die zu aktivieren sich definitiv lohnt.

Sämtliche unten beschriebenen Apps sind mit VoiceOver zugänglich. Manche Apps sind kostenpflichtig, andere kostenlos. Links zum App Store sind Affiliate-Links, d. h., wenn Du über mein Blog eine kostenpflichtige App aufrufst und kaufst, erhalte ich eine kleine Provision von Apple dafür.

Begriffsklärung

iOS 8 kommt mit einigen neuen Konzepten daher, deren Begrifflichkeiten zu sortieren manchem vielleicht noch etwas schwer fallen könnte. Diese kleine Aufstellung soll dabei helfen, diese ein wenig zu sortieren. Wer mit Widgets, Erweiterungen, Teilen-Bildschirmen usw. schon vertraut ist, kann diesen Abschnitt gern überspringen.

Widgets

Widgets werden in die Mitteilungszentrale eingebunden und erscheinen auf dem Reiter „Heute“. Es handelt sich um kleine Teile der jeweiligen Anwendung, die Informationen anzeigen oder Schnelleinstiege zu den Apps bieten, um z. B. sofort ein neues Dokument o. ä. zu erstellen.

Unten am Bildschirmrand befindet sich eine Taste „Bearbeiten“, die einen Dialog öffnet, in dem man Widgets ein- und ausschalten und diese neu anordnen kann, so dass man den Heute-Bildschirm nach den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Schon aus iOS 7 bekannte Widgets sind diejenigen für den Kalender, Erinnerungen oder das Wetter. Stellt eine installierte App ein Widget bereit, erscheint es hier, ist aber standardmäßig ausgeschaltet, also nicht aktiv. Zum Einschalten einfach den zugehörigen Umschalter doppeltippen. Zum neuen Anordnen das zugehörige ziehbare Element am rechten Rand finden, doppeltippen und halten und dann langsam auf- oder abwärts bewegen, bis das Widget an der gewünschten Stelle ist. Den Finger danach einfach anheben, und das Widget ist platziert. Zum Abschluss der Konfiguration oben rechts auf Fertig doppeltippen. Einige nützliche Widgets werde ich weiter unten an passender Stelle erwähnen.

Teilen-Funktion

Viele neue Versionen von Apps erlauben jetzt durch Erweiterungen, dass Inhalte wie Fotos, Webseiten oder Dokumente mit ihnen geteilt werden. Sie können dazu in die Teilen-Funktion eingebunden werden. Am einfachsten kommt man da hin, indem man im Safari eine Webseite öffnet und dann die Taste Freigeben doppeltippt. In der oberen Reihe befinden sich Anwendungen wie Nachrichten, E-Mail, Twitter usw. Rechts am Ende dieser Reihe befindet sich eine Taste „Mehr“. Doppeltippt man sie, kommt man in einen sehr ähnlichen Konfigurationsdialog wie für die oben beschriebenen Widgets. Hier kann man Apps aktivieren, die Erweiterungen zur Verfügung stellen, um Inhalte entgegenzunehmen. Wer Pocket oder Instapaper nutzt, muss jetzt also nicht mehr umständlich ein JavaScript-Bookmarklet in Safari einbinden, sondern kann die jeweilige Ap jetzt hier aktivieren und sich an die gewünschte Stelle ziehen. Will man eine Webseite für später zum Lesen markieren, aktiviert man einfach Freigeben und dann die App, und schon ist die Webseite gespeichert. Evernote kann direkt eine neue Notiz aus Inhalten erstellen, man kann einfach Bilder an Dropbox senden und vieles mehr. Es lohnt sich ein Blick hier hinein, um festzustellen, welche Apps schon Erweiterungen zur Verfügung stellen!

Safari-Erweiterungen

Ein ähnliches Konzept bieten Safari-Erweiterungen, die jedoch, wie der Name schon vermuten lässt, auf Safari beschränkt sind. Mit 1Password kann man Logins generieren und ausführen, mit View Source sich den Quelltext von Webseiten anzeigen lassen usw. Die Konfiguration findet auch im Freigeben-Bildschirm von Safari statt, aber man nimmt hierfür die untere Reihe, wo vorkonfiguriert so Dinge wie Lesezeichen, an Leseliste senden usw. zu finden sind. Auch hier gibt es eine Taste „Mehr“, die einen entsprechenden Konfigurationsbildschirm öffnet, in dem Safari-spezifische Erweiterungen aktiviert werden können.

Speicheranbieter

Eine vierte Erweiterungsmöglichkeit ist die Einbindung von Speicherorten für Dateien. Apple stellt mit iCloud Drive bereits einen solchen Speicheranbieter zur Verfügung, Dropbox und auch der FTP/SFTP/WebDAV/Amazon-S3-Client Transmit haben ebenfalls solche Dokumentenspeicher-Erweiterungen im Angebot. Zukünftige Versionen von Apps wie Pages oder Microsoft Word fürs iPad können Dateien dann von solchen Speicherorten öffnen und bearbeiten. Der Clou ist: Diese agieren als virtuelle Laufwerke, d. h., Änderungen, die man vornimmt, werden transparent gleich wieder über diesen Speicheranbieter auf dem Server gespeichert, so dass die Änderungen sofort in Dropbox oder der privaten Cloud zur Verfügung stehen. Mit Transmit und einem kleinen Kniff ist damit sogar ein voller Zugriff auf das Dateisystem des heimischen Macs möglich. Mehrere App-Entwickler haben schon angekündigt, diese Möglichkeit, Dokumente von Cloudspeichern zu öffnen, einbinden zu wollen.

Am einfachsten konfiguriert man vorhandene Cloudspeicher aus Dropbox heraus. In Dropbox die Taste „Weitere Optionen“, dann „Datei Hinzufügen“ antippen, auf „Mehr“ tippen und vorhandene Speicheranbieter aktivieren. Die Konfiguration ist analog, nur dass diesmal keine Möglichkeit zur Änderung der Reihenfolge besteht. Will man also z. B. eine Datei von seinem SFTP-Server in Dropbox kopieren, kann man Transmit einbinden und einfach eine Datei von dort auswählen, und sie wird in Dropbox gespeichert.

App-Erweiterungen in anderen Apps

In iOS 8 ist es jetzt endlich möglich, Erweiterungen installierter Apps in anderen Apps zu verwenden. Prominenteste Vertreter hier sind wohl 1Password und Text Expander Touch. War es früher nur über Kniffe möglich, Erweiterungen einer App in einer anderen zur Verfügung zu stellen, bietet Apple nun einen offiziellen Weg. So kann man in Transmit z. B. mit Hilfe von 1Password einen Panic Sync Account erstellen, indem man anstatt ein Passwort einzugeben einfach die 1Password-Taste tippt und sich von diesem direkt ein starkes Passwort generieren lässt. Man vergibt für das zu erstellende Login einen Titel, tippt auf Fertig, das generierte Passwort wird im Formular zur Accounterstellung eingetragen, und zwar in beide Felder, und gleichzeitig wird das Login in 1Password gespeichert, so dass es auch auf anderen iOS-Geräten zur Verfügung steht. Installiert man Transmit nun auf diesem zweiten Gerät, kann man sich einfach an sein Panic Sync Konto anmelden, indem man im Anmelde-Bildschirm wieder auf 1Password tippt, sich am Tresor anmeldet und das oben erstellte Login für Panic Sync auswählt. Die Daten werden übernommen, man muss in Transmit dann nur noch auf Log in tippen.

Vor iOS 8 musste man für diese Abläufe umständlich über die Zwischenablage gehen und mehrere App-Wechsel vollziehen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Diese neuen Erweiterungen sind also ein toller Zugewinn an Komfort und Integration.

Einige nützliche Apps

1Password

1Password von AgileBits Inc. ist ein Verwaltungsprogramm für alle möglichen Daten. Logins, Kreditkarten, Bankkonten, Reisepass- oder Personalausweisnummern, Adressen und vieles mehr können in einem sicher verschlüsselten Tresor gespeichert und jederzeit abgerufen und automatisch auf Webseiten ausgefüllt werden. Wie oben beschrieben, unterstützen auch immer mehr andere Apps das Einloggen per 1Password. Die Safari-Erweiterung integriert 1Password in den täglichen Surfablauf. 1Password gibt es nicht nur für iOS, sondern auch für Android, Mac und Windows. Auch Browsererweiterungen gibt es viele, die direkt mit dem Client interagieren und eine plattform- und browserübergreifende Passwortverwaltung ermöglichen. Stellt man seine Passwörter ganz unter den Scheffel von 1Password, kann man seine gängigen Passworte durch zufällig und stark generierte Passwörter ersetzen und somit die Sicherheit der eigenen Accounts erhöhen. Wird doch mal ein Account gehackt, hat der Angreifer dann nicht gleich Zugriff auf 10 andere, weil man zu faul war, sich für jedes ein neues Passwort auszudenken.

Hat man ein iPhone 5s, 6 oder 6 Plus, unterstützt 1Password auch die Freischaltung per Touch ID, also dem Fingerabdruck, so dass man nicht jedes mal das Master-Passwort oder die PIN eingeben muss.

Ich empfehle zur Synchronisierung Dropbox, da dieser Dienst universeller einsetzbar ist als iCloud Drive, welches lediglich auf das Apple-Universum beschränkt ist. Die iOS- und Mac-Versionen sind sehr gut mit VoiceOver bedienbar, die Windows-Version größtenteils, die Browsererweiterungen vereinfachen das Handling erheblich. Die Android-Version kenne ich nicht, kann zu deren Zugänglichkeit also nichts sagen.

Dropbox

OK, zu Dropbox, dem wohl bekanntesten Cloudspeicher, muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren, und seit der kürzlichen Neugestaltung der Preise ist auch ein Pro-Abo mit echtem Mehrwert verknüpft. Nicht nur 1 Terrabyte Speicher bekommt man für 10 Euro im Monat bzw. 99 Euro im Jahresabonnement, sondern auch vielfältige Teilen-Funktionen mit anderen Dropbox-Nutzern. Auch können sehr viele Apps Dateien aus Dropbox lesen oder dort speichern, und mit den neuen oben schon erwähnten Teilen-Erweiterungen erhöhen sich die Möglichkeiten nochmals um ein vielfaches, selbst wenn eine App Dropbox nicht selbst unterstützt.

Dropbox bietet auch ein Widget für den Heute-Bildschirm an, in dem die letzten Kontoaktivitäten angezeigt werden. So kann man schnell feststellen, ob z. B. Dateien in einem geteilten Ordner von einem anderen Teilnehmer aktualisiert wurden usw.

Kleiner Tipp: Entscheidet man sich für ein Pro-Abonnement, kann man beim Jahres-Abo 10 Euro sparen, indem man dieses per In-App-Kauf in Dropbox abschließt. Apple rechnet nämlich die 99 US$ in 89 Euro um. Auf der Webseite kostet es 99 Euro, es wird also ein schlechterer Wechselkurs zu Grunde gelegt. Auch ist Dropbox als Cloudspeicher deutlich billiger als dieselbe Speichergröße bei Apple selbst, denn 1 TB kosten dort fast 240 Euro.

Transmit

Transmit von Panic, Inc. ist ein auf dem Mac sehr beliebter und verbreiteter Client für FTP, WebDAV und Amazon S3 Cloudspeicher. FTP deckt hier auch das sichere SFTP ab. Mit dem Erscheinen von iOS 8 hat Panic mit Transmit iOS auch eine iOS-Version bereitgestellt, die es zur Einführung zum halben Preis gibt. Die universelle iPhone- und iPad-App nutzt mehrere der neuen iOS-Funktionen aus, wie oben schon angedeutet. Durch die vielfältigen Protokolle hat man Zugriff auf sehr unterschiedliche Cloudspeicher, man hat eine lokale Dateiverwaltung und kann Dateien leicht hin und her jonglieren. Zip-Dateien werden ebenfalls unterstützt sowie eine Vorschau für viele Dokumenttypen. Man kann den Client absichern per Passwort/PIN oder auch per Fingerabdruck, sofern das Gerät es unterstützt. Per Panic Sync lassen sich die Server-Logins auch mit anderen iOS-Geräten und dem Mac abgleichen.

TextExpander 3

TextExpander 3 + custom keyboard von SmileOnMyMac, LLC ist eine Textbausteinverwaltung, die mächtiger ist als die, die in iOS bereits eingebaut ist. Kann die iOS-Funktion lediglich reine Textbausteine verwalten, können die Snippets bei TextExpander mit Formatierungen, Makros wie dem aktuellen Datum oder anderen Angaben usw. angereichert sein und sind somit viel dynamischer. Die neue Version für iPhone und iPad bietet darüber hinaus noch eine Tastatur, mit der sich diese Textbausteine in jede beliebige App einfügen lassen. Die Tastatur und App sind natürlich voll VoiceOver-zugänglich, es gibt jedoch einen Bug, der die Statuszeile direkt oberhalb dieser und anderer Tastaturen dupliziert. Dies tut der eigentlichen Funktionalität jedoch keinen Abbruch, man sollte sich nur nicht davon irritieren lassen. Auch TextExpander unterstützt das Synchronisieren der Textbausteine über iCloud oder Dropbox zu anderen iOS-Geräten sowie der Mac-Version.

NitroStats

Und zum Schluss habe ich noch eine kleine App, die zur Zeit hauptsächlich für Kunden der Telekom oder solchen Anbietern wie Congstar interessant sein dürfte, die das Telekom Mobilfunknetz nutzen. NitroStats von goldfish design GbR ist eine App, deren Hauptfunktion es ist, ein Widget zu sein. Dieses zeigt bei bestehender Mobilfunkverbindung und ausgeschaltetem oder nicht verbundenem WiFi den aktuellen Datenverbrauch an, so dass man sehr einfach das monatliche Volumen im Blick behalten kann. Im Gegensatz zur Statistik im iPhone werden die Daten hier direkt von der Telekom abgefragt, so dass auch der Verbrauch von per Multi-SIM ebenfalls verbundenen Geräten mitgerechnet wird. Weiterhin zeigt das Widget an, wie viel freier Speicherplatz sich noch auf dem iPhone befindet. Die Entwickler planen laut eigener Aussage, das Widget noch um weitere Funktionen zu ergänzen. Man darf also gespannt sein, was da noch kommt!

Ich hoffe, diese kleine Einführung hat dem einen oder der anderen geholfen, sich etwas besser in den neuen Begrifflichkeiten und Funktionsweisen von iOS 8 zurechtzufinden. Und vielleicht war ja auch der eine oder andere nützliche App-Tipp dabei!

In zukünftigen Teilen dieser neuen Serie plane ich, mir weitere Apps genauer anzusehen und zu rezensieren. Man hört z. B., dass es demnächst eine spannende neue Version von Drafts geben wird. Und wer weiß, wer noch auf tolle Ideen mit den neuen Funktionen von iOS 8 kommt! Also bis demnächst an dieser Stelle auf dieser Welle! 😉

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Das ist neu in Puncto Bedienungshilfen in iOS 8

Es ist soweit, iOS 8 ist erschienen! Und es ist Zeit, sich die Neuerungen in puncto Bedienungshilfen anzuschauen. Es gibt einiges zu entdecken. Apple haben mal wieder ein echtes Feuerwerk abgebrannt, was die Neuerungen und Verbesserungen angeht.

VoiceOver

Im Bereich VoiceOver, der viele meiner Leser am brennendsten interessieren dürfte, haben sich ein paar Dinge getan, die die Arbeit noch einmal deutlich erleichtern könnten.

Brailleeingabe auf dem Touchscreen

In den Rotoreinstellungen gibt es eine neue Einstellung mit Namen „Braillebildschirmeingabe“. Fügt man diese dem Rotor hinzu, steht in Eingabefeldern eine neue Rotorfunktion gleichen Namens zur Verfügung, ähnlich wie die Handschriftoption in iOS 7. Schaltet man auf diesen Modus um, wird das iPhone, iPad oder der iPod Touch der 5. Generation zur Brailleeingabetastatur. Auf den kleinen Bildschirmen des iPhone und iPods lediglich für 6-Punkt-Braille, auf iPads sogar 8-Punkt-Braille. Dies passiert grundsätzlich im Querformat. Die Home-Taste zeigt hierbei üblicherweise nach rechts. Hier unbedingt auf die Ansage von VoiceOver achten!

Zunächst wird man aufgefordert, die Finger zu kalibrieren. Jeder hält seine Hände etwas anders, und damit das Gerät weiß, wie, und dementsprechend die Braillezeichen deuten kann, muss es ihm beigebracht werden. Zunächst legt man die Finger der rechten Hand aufs Display und wartet zwei akustische Signale ab. VoiceOver sagt dann „Im Erkundungsmodus, Punkte 4 5 6“. Dann hebt man sie an und wiederholt diese Prozedur mit den Fingern der linken Hand für die Punkte 1 2 3. Nun ist man startklar und kann lostippen. Die folgenden weiteren Gesten stehen nun zur Verfügung:

  • Mit einem Finger nach rechts wischen: Leerzeichen einfügen.
  • Mit einem Finger nach links wischen: Letztes Zeichen löschen.
  • Mit einem Finger nach oben oder unten wischen: Vorschläge aus dem Wörterbuch auswählen.
  • Mit drei Fingern nach links oder rechts wischen: Umschalten zwischen Kurzschrift- und Computerbraille-Eingabe, mit der Einschränkung, dass diese auf dem iPhone nur im 6-Punkte-Modus zur Verfügung steht.

Es wird sogar die Eingabe in mehreren Sprachen unterstützt. Schreibt man z. B. viel auf deutsch und englisch, hat man in der Regel auch für beide Sprachen die normale Tastatur installiert. Schaltet man nun vor Betätigen des Rotors die Tastatur auf deutsch oder englisch ein und schaltet dann in den Brailleeingabemodus, erfolgt die Interpretation auch in der gewählten Sprache, also bei Kurzschrift deutsche oder eben englische.

Was Apple hier deutlich besser gelöst hat als die Macher der Software mBraille, ist, dass sie nicht fest vorgeben, wie man die Finger auf einem iPhone plazieren muss. Die sehr abgeschrägte Handhaltung von mBraille konnte ich z. B. nie gut ausführen, während die Brailleeingabe nach der Apple-Methode nach dem Kalibrieren der Finger wunderbar funktioniert.

Das Kalibrieren kann man übrigens jederzeit wiederholen. Wenn man beim Tippen merkt, dass die Finger so doch nicht richtig funktionieren, kann man eine neue Kalibrierung beginnen, indem man die Finger der rechten hand so aufs Display legt, wie es dann am bequemsten ist und die Prozedur dann mit der Linken wiederholt, jeweils bis die zwei akustischen Signale und die VoiceOver-Ansagen erfolgt sind.

Diese Brailleeingabemethode ist ein echter Gewinn für Leute, die gern und viel Braille schreiben oder auch schnell sein wollen. Auch, dass die Kurzschrifteingabe so gut funktioniert, ist ein echter Sprung in der Funktionsvielfalt!

Genauere Einstellung der Brailleein- und -ausgabe

In den VoiceOver-Einstellungen für Brailleschrift gibt es jetzt genauere Einstellmöglichkeiten für die Aus- und Eingabe von Brailleschrift. Sowohl die Ausgabe als auch die Eingabe per Brailletastatur und Braillebildschirmeingabe können getrennt nach 8-Punkt-Braille, 6-Punkt-Braille (entspricht der deutschen Basisschrift) und Braillekurzschrift eingestellt werden, bei der Einstellung für die Brailletastatur sogar noch zusätzlich, ob eine Braillerückübersetzung stattfinden soll. Schaltet man diese aus, kann man z. B. als Lehrer in Zukunft kontrollieren, ob ein Brailleschüler richtig Kurzschrift schreibt. Für die Bildschirmeingabe steht diese Möglichkeit jedoch nicht zur Verfügung, hier wird immer zurückübersetzt.

Fortlaufendes Lesen

Ebenfalls in den Brailleschrifteinstellungen gibt es jetzt eine Einstellung, die sich „Automatisches Umblättern“ nennt. In iBooks, Kindle und anderen Anwendungen mit Textausgabe ist es nun endlich möglich, nur mit Hilfe der fortlaufenden Lesetasten der Braillezeile ein ganzes Buch zu lesen, ohne von Hand die Seite umblättern zu müssen.

Audioducking abschaltbar

in iOS 8 ist es jetzt ähnlich wie in OS X Mavericks endlich möglich, das Audioducking, also das Leiserdrehen der Medienwiedergabe, wenn VoiceOver spricht, an – und abzuschalten. Man geht hierfür in die Rotoreinstellungen und aktiviert den Punkt Audioducking. Will man die Funktion nun umschalten, kann man dies mit Wahl der Rotoreinstellung und dem Wischen nach oben oder unten tun.

Eine neue Tastatureingabemethode

In der Rotorstellung Eingabemodus gibt es eine neue Einstellung mit Namen „Direkte Berührung Eingabe“. Apple empfiehlt, diese nur in Verbindung mit den Einstellungen „Zeichen“ oder „Zeichen und Wörter“ beim Sprechen der Eingabe für Softwaretastaturen zu verwenden. Diese Einstellung besagt nämlich, dass man den Bildschirm nur ganz kurz berühren soll, um eine Taste einzugeben. Legt man den Finger zu lange auf eine Taste, wird sie gesprochen und beim Anheben des Fingers nicht eingegeben. Diese Art der Eingabe ist für Leute gedacht, die die Lage der Tasten ihrer Tastatur sehr genau kennen und so sehr schnell schreiben können wollen.

Die Standardeinstellung für diese Rotorfunktion ist jetzt übrigens auch in den VoiceOver-Einstellungen vorbelegbar. Es gibt dafür einen neuen Punkt „Eingabemodus“.

Neue Stimmeneinstellungen

Der Umschalter „Kompakte Stimme“ ist aus den VoiceOver-Einstellungen verschwunden. Stattdessen gibt es jetzt einen neuen Punkt „Sprachausgabe“, der dem Punkt „Sprachen und Dialekte“ entspricht, aber etwas umgestaltet und erweitert wurde. Hier fügt man wie gehabt diejenigen Sprachen hinzu, die man im Rotor haben möchte und die VoiceOver auch beim automatischen Erkennen von Sprachen z. B. auf Webseiten verwenden soll. Ganz oben legt man die Standardsprache fest, inklusive der Tatsache, ob die Standard- oder Premium-Stimme verwendet werden soll und wie schnell diese spricht.

Sämtliche solche Einstellungen kann man nun für jede weitere hinzuzufügende Sprache einstellen. Für jede Sprache ist einstellbar, ob die kompakte bzw. Standard-Stimme oder die Premium-Stimme heruntergeladen und verwendet werden soll, und wie schnell diese spricht. Für U.S. Englisch gibt es in iOS 8 außerdem die Stimme Alex, die von OS X seit Jahren als englische Standardstimme bekannt ist. Allerdings ist diese den 64-Bit-Geräten, also iPhone 5S oder neuer und iPad Air und iPad Mini mit Retina Display vorbehalten. Ältere Geräte bekommen diese Stimme nicht angeboten. Achtung, der Download ist 805 MB groß!

Zoom

Der Zoom ist in iOS 8 erheblich erweitert worden. So kann man jetzt einstellen, ob der Fokus verfolgt werden soll oder nicht, ob die Tastatur gezoomt werden soll und ob ein Menü mit Zoomfunktionen angezeigt wird. Auch kann man jetzt festlegen, ob der gesamte Bildschirm oder nur das Fenster gezoomt werden soll. Und letztendlich kann man die maximale Zoomstufe festlegen. Standardwert ist fünffacher Zoom, man kann dies aber auch auf bis zu 15-fach hochdrehen. Ob man das Gerät dann allerdings noch sinnvoll bedienen kann, überlasse ich dem geneigten Leser festzustellen. 😉

Graustufen-Darstellung

Dieser Punkt befindet sich unterhalb der Einstellung für die Farbumkehr und ist neu in iOS 8.

Sprachausgabe

Dieser Punkt ist neu und ersetzt die Punkte „Auswahl vorlesen“, „Autotext vorlesen“ und „Autokorrektur und Autogroßschreibung“. Diese sind in dieses neue Dialogfeld gewandert, und die Punkte „Autotext“ und „Autogroßschreibung…“ wurden zu „Autotext“ zusammengefasst.

Bildschirminhalt sprechen

Außerdem gibt es einen neuen Punkt „Bildschirminhalt sprechen“. Ist er aktiviert, kann man mit zwei Fingern vom oberen Bildschirmrand streichen, um sich eine Webseite, E-Mail, einen Text in iBooks o. ä. vorlesen zu lassen. Auf dem Bildschirm erscheinen dann Wiedergabe-Steuerelemente zum Pausieren und fortfahren und schnellen Spulen vor und zurück.

Diese Funktion ist übrigens auch mit VoiceOver kombinierbar. Man legt zwei Finger an den oberen Bildschirmrand und wartet auf das dezente aufsteigende Tonsignal, das anzeigt, dass jetzt erfolgende Fingerbewegungen direkt an die Anwendung durchgereicht werden. Erforscht man den Bildschirm, während der Bildschirm vorgelesen wird, wird die Vorlesestimme je nach Audioducking-Einstellung leiser gedreht, so dass die VoiceOver-Stimme deutlich besser zu hören ist. Man kann so auch die Wiedergabe-Steuerelemente fürs Vorlesen des Bildschirms bedienen.

Aktiviert man einen dieser drei Punkte, wird der Schalter „Stimmen“ verfügbar, der dem oben schon beschriebenen Dialog für die Sprachausgabe in VoiceOver entspricht, allerdings ohne die Standard-Sprache. Und außerdem sind hier alle verfügbaren Sprachen aufgelistet und konfigurierbar, weil der vorzulesende Text ja in jeder Sprache vorliegen kann und man ohne VoiceOver ja keinen Rotor hat. Außerdem sind die hier gemachten Einstellungen unabhängig von VoiceOver, man kann also fürs Vorlesen des Bildschirms für die gleiche Stimme eine andere Sprechgeschwindigkeit einstellen als bei VoiceOver.

Neue Einstellung Hörgerätbetrieb

Diese Einstellung findet sich im Dialogfeld „Hörgeräte“ und soll laut Aussage dazu beitragen, die Audioqualität zu verbessern. Auch werden in diesem Dialogfeld jetzt explizit „Made for iPhone“-Hörgeräte verbunden.

Geräuschunterdrückung

Mit dieser Einstellung werden Umgebungsgeräusche bei Telefonaten unterdrückt, um die Sprachqualität zu verbessern. Dies ist aber nur dann in Anwendung, wenn das iPhone ans Ohr gehalten wird, also nicht im Freisprech-Betrieb.

Videobeschreibungen

iOS unterstützt jetzt die Wiedergabe von Audiodeskriptionen in Videos. Dieser Punkt findet sich zusammen mit den Untertiteln im neu geschaffenen Abschnitt „Medien“ und legt fest, ob Audiodeskription automatisch abgespielt wird, wenn verfügbar, oder eben nicht.

Neue Optionen beim geführten Zugriff

Man kann den geführten Zugriff nun auch per Fingerabdruck sperren und entsperren. Weiterhin ist es nun möglich, bestimmte Zeiten festzulegen, zu denen der geführte Zugriff aktiv ist.

Art der Anrufannahme festlegen

Es ist nun möglich festzulegen, ob Anrufe automatisch (wie bisher) oder immer auf dem angeschlossenen Kopfhörer oder immer beim eingebauten Lautsprecher landen sollen.

Tastaturen

iOS 8 bietet nun endlich die Möglichkeit, Tastaturen von Drittherstellern systemweit einzubinden und zu nutzen. Und mehrere Hersteller von bekannten Apps haben nicht nur angekündigt, dass ihre Funktionalität in Zukunft per Tastatur zur Verfügung stehen wird, sondern auch, dass diese mit VoiceOver kompatibel sein werden. Dazu gehören natürlich die schon bekannte Tastatur Fleksy, die Snippet-Verwaltung TextExpander (Ankündigung) und der Passwort-Manager 1Password. Andere werden folgen oder haben ebenfalls Tastaturen angekündigt, ob diese alle mit VoiceOver kompatibel sind, muss sich zeigen. Aber die Tastaturerweiterungen ermöglichen natürlich viel mehr Flexibilität und Produktivität, so dass hier eine ganze Reihe von neuen Anwendungen möglich wird.

Notfall-Pass in der Health-App

In der neuen App Health (Engl. für Gesundheit) kann man sich einen Notfall-Pass einrichten. Dies ist der ganz rechte Tab. Diese Notfall-Informationen können dazu dienen, im Falle des nicht mehr kommunizieren Könnens wichtige Informationen an Personen weiterzugeben, die erste Hilfe leisten oder zu einem Notfall-Team gehören. Hier kann man wichtige Medikationsangaben hinterlegen, seinen Namen, sein Alter und andere relevante Informationen zur Verfügung stellen usw. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Ob ein Diabetiker, der in einen Unterzucker geraten ist und nicht mehr sprechen kann, ein Mensch mit Autismusspektrumsstörung, der unter Stress verstummt, Anweisungen für die Behandlung im Falle eines Bewusstseinsverlustes in der Öffentlichkeit usw.

Diese Informationen sind, sofern hinterlegt, vom Sperrbildschirm aus zugänglich, ohne das iPhone entsperren zu müssen. Der Weg dorthin ist allerdings etwas kompliziert: erst muss man zum Entsperren nach rechts wischen, dann unten links auf „Notfall“ tippen, woraufhin man eine Telefontastatur angeboten bekommt, in der wiederum unten links ein kleiner Link zum Notfallpass steht. Es bleibt zu hoffen, dass Apple diesen Weg in Zukunft noch vereinfacht.

Apple verspricht, dass keine App, die das neue HealthKit unterstützt, auf diese besonderen Informationen zugreifen kann.

Einige nützliche Tipps

Im Folgenden habe ich einige nützliche Tipps für Neuerungen in an Bord befindlichen Apps zusammengefasst, primär für VoiceOver-User.

Audio-Nachrichten

In iMessage kann man jetzt Audio-Nachrichten verschicken. Dies funktioniert sogar betriebssystemübergreifend auch mit OS X Yosemite, der neuen Version des Mac-Betriebssystems. Ist das Eingabefeld für eine iMessage leer, einfach die Taste „Audio aufnehmen“ finden und doppeltippen und halten. Nach Beendigung der Aufnahme den Finger anheben, und die Nachricht wird verschickt.

Mailentwurf minimieren

In Mail kann man jetzt eine im Entwurf befindliche Mail vorübergehend minimieren, um z. B. in einer anderen Mail etwas nachzuschlagen oder eine Info zu kopieren. Neben der Abbrechen-Taste oben links befindet sich eine entsprechende weitere Taste. Genauso kann man das Fenster wiederherstellen, indem man die entsprechende neue Taste im normalen Mail-Fenster betätigt. Nicht-VoiceOver-Anwender ziehen das Entwurfsfenster nach unten weg bzw. wieder nach oben.

Apple Pay

Apple hat auf der Veranstaltung, auf der das iPhone 6 und iPhone 6 Plus vorgestellt wurden, auch einen Bezahldienst namens Apple Pay angekündigt. Mit einem in diese beiden neuen iPhones eingebauten NFC-Chip und den Fingerabdruck-Sensor wird ein Bezahlvorgang ermöglicht, der kein Herumhantieren mit einer Plastikkarte, eine PIN-Eingabe oder eine Unterschrift mehr erfordert. Der Händler bekommt nicht einmal die Kontodetails oder Kreditkartennummer übermittelt. Dieser Dienst startet im Oktober in den USA, und ich hoffe, dass er seinen Weg schnell auch nach Deutschland findet! Als jemand, der schon mal per EC-Karte um einige tausend DM (ja, ist schon eine Weile her) erleichtert wurde, weil ihm ein „Freund“ beim Geld Abheben bzw. der PIN-Eingabe trotz Absicherung über die Schulter schauen konnte, sehne ich den Tag herbei, an dem wir nicht mehr mit Bargeld oder Plastikkarten hantieren müssen. Apple Pay hat das Potential, als erste Bezahlfunktion per Smartphone endlich massentauglich zu werden. Alles, was PayPal und andere bisher so gezeigt haben, krankt immer noch an zuviel Umständlichkeit. Auch für Menschen mit motorischen Einschränkungen dürfte diese Zahlungsmethode interessant werden, weil sie wenig Bewegung erfordert.

Fingerabdruck als Zugang zu Daten in Apps

Apropos Absicherung mit dem Fingerabdruck: Apple hat den Zugang zu Touch ID in iOS 8 auch Apps von Drittherstellern geöffnet. Dieser Zugang schließt quasi bestimmte angeforderte Datensätze im Schlüsselbund auf. Es findet also keine Übertragung des tatsächlichen Fingerabdrucks statt. Ähnlich wie in iTunes und dem App Store wird es so zukünftig auch in Apps von anderen Entwicklern möglich sein, Transaktionen oder Authentifizierungen mit dem Fingerabdruck durchzuführen. Natürlich nur auf unterstützten Geräten, also ab iPhone 5s aufwärts. Auch dies bedeutet wieder ein höheres Maß an Sicherheit, da man nicht mehr Gefahr läuft, beim Eintippen des Kennworts oder einer PIN diese von den Fingern abgeguckt zu bekommen. Es ist also zu hoffen, dass viele App-Entwickler diesen Mechanismus in Zukunft nutzen werden!

Leider auch ein paar Bugs

Wie bei jeder ersten Version eines neuen Releases leider fast schon üblich, gibt es auch in iOS 8 ein paar nervige Bugs, die hoffentlich bald behoben sein werden. Zu diesen gehören:

  • Selbst wenn man das Sprechen der Eingabe auf „Wörter“ oder „Keine“ gestellt hat, werden alle eingegebenen Zeichen in fast allen Apps von VoiceOver gesprochen.
  • In der letzten Reihe der Apps auf den Home-Bildschirmen ist es nicht möglich, durch Doppeltippen und Halten den Bearbeitungsmodus einzuschalten. Workaround: Einfach irgendwoanders starten, danach sind die Apps der unteren Reihe lösch- und bearbeitbar.
  • Auf manchen Geräten wird die Statuszeile direkt über einer Dritthersteller-Tastatur dupliziert. Ich war in der Lage, eine Tastatur im Betatest auszuprobieren und sah dieses Phänomen auf meinem iPhone 5s, aber nicht auf dem iPad Air. Mir wurde bestätigt, dass dies auch mit einer zweiten Tastatur eines anderen Herstellers passiert, ist also ein generelles VoiceOver- bzw. iOS-Problem. Scheint aber nur für VoiceOver so auszusehen, visuell sieht alles ganz normal aus.
  • Im Web gibt es weiterhin einige Unstimmigkeiten beim Bearbeiten von Textfeldern. Es ist etwas besser geworden als in iOS 7, aber immer noch nicht perfekt.
  • Auf meinem iPhone 5s sagt VoiceOver bei der automatischen Bildschirmsperre nicht „Bildschirmsperre“, sondern „Code eingeben“.
  • Beim kontinuierlichen Lesen z. B. in der Kindle-App bleibt VoiceOver manchmal beim Umblättern hängen. Ob dies ein VoiceOver-Bug ist oder durch ein iOS-8-Kompatibilitäts-Update der Kindle App behoben wird, bleibt abzuwarten.

Weiterhin vermeldet der Entwickler der beliebten Navigations-App BlindSquare GPS, dass die Acapela-Stimmen für iOS 8 zunächst nicht zur Verfügung stehen, sondern ein Update brauchen. Der Entwickler von Voice Dream Reader, der diese auch nutzt, hat sich bisher nicht geäußert, es könnte aber auch hier zu Problemen kommen. Workaround: Auf die iOS-Stimmen umschalten, die beide Apps unterstützen.

Für Entwickler

Entwickler können jetzt abfragen, ob bestimmte visuelle Anpassungen ein- oder ausgeschaltet sind, und können ihr Design entsprechend anpassen, um auf die Nutzerwünsche Rücksicht zu nehmen.

Weiterhin ist es möglich, eigene Aktionen für den VoiceOver-Rotor zu definieren, so dass z. B. Wischgesten nach links und rechts, wenn VoiceOver ausgeschaltet ist, hier für VoiceOver leichter zugänglich gemacht werden können, ohne gleich auf so aufdringliche Dinge wie extra Alert Views zurückgreifen zu müssen.

Für diese und alle weiteren neuen Möglichkeiten empfehle ich Entwicklern das Anschauen des 2014er iOS Accessibility Videos von der WWDC und das Studium der zugehörigen Beispiel-App HelloGoodbye. Ein Update meiner Seite zur Zugänglichkeit für VoiceOver folgt in den nächsten Tagen.

Fazit

Wie dieser Artikel zeigt, gibt es viele neue Funktionen und Möglichkeiten für Entwickler, diese auch auszunutzen. Die Möglichkeiten, die sich durch die Brailleeingabe, die Tastaturen, die Unterstützung von Touch ID und andere neue Funktionen bieten, machen Spaß und Lust auf mehr! Die neuen Einstellmöglichkeiten für die Darstellung beim Zoom, Farben abdunkeln o. ä. haben in meinem Umfeld schon für viel Wohlwollen gesorgt, nicht nur bei Sehbehinderten. Die Bildschirm-Lesen-Funktion eröffnet z. B. Autofahrern ganz neue Möglichkeiten, Inhalte auf ihrem iPhone zu konsumieren, ohne die Aufmerksamkeit von der Straße nehmen zu müssen.

Trotz der oben aufgeführten Bugs ist iOS 8 definitiv ein sehr lohnenswertes Upgrade, das viele tolle neue Funktionen bietet, deren ganzes Potential sich erst im Alltagsgebrauch erschließt.

Viel Spaß beim Entdecken!